Die Osternacht begann in der Stille der Dunkelheit vor dem Gemeindezentrum.
Nur das Knistern des Osterfeuers war zu hören, während sich nach und nach Menschen versammelten.
Jung und Alt standen beieinander, manche noch in Gedanken versunken, andere im leisen Gespräch – doch alle verbunden durch die Erwartung dieses besonderen Moments.
Durch das Feuer breitete sich ein warmes Licht aus, das die Gesichter der Anwesenden erhellte.
An ihm zündete Pfarrer Thomas Tillman die Osterkerze an – ein Zeichen für das Licht Christi, das die Dunkelheit überwindet. Anja Kaftan bezauberte mit ihrer Stimme und dem Lied „Aus der Zwiebel wird die Blume“ diesen wunderbaren Moment.
In einer feierlichen Prozession zog die Gemeinde singend in den abgedunkelten Kirchraum ein.
Nach und nach wurden die kleinen Kerzen der Einzelnen am Licht der Osterkerze entzündet, bis der Raum von einem sanften, lebendigen Leuchten erfüllt war.
Im Inneren begann die Feier mit biblischen Lesungen, die von Hoffnung und neuem Leben erzählten.
Die Worte erinnerten daran, dass Gott Leben schenkt, wo Menschen oft nur Grenzen sehen.
Zwischen den Lesungen erklangen Lieder, die die Gemeinschaft trugen – mal ruhig und besinnlich, mal kraftvoll und voller Freude.
Viele sangen mit, einige leise, andere aus vollem Herzen. Es war spürbar: Hier entsteht Gemeinschaft.
Im Gebet kamen die Menschen gemeinsam vor Gott. Sie brachten ihre Sorgen, ihre Hoffnungen und ihren Dank zum Ausdruck.
In diesen Momenten wurde deutlich, dass Ostern nicht nur ein Fest ist, sondern eine Erfahrung: die Gewissheit, dass das Leben stärker ist als der Tod und dass niemand allein ist.
Ein besonderer Augenblick war die Erinnerung an die Taufe. Die Besucher konnten nach vorne zum Taufbecken gehen und sich von Pfarrer Thomas Tillman segnen lassen. Ein stiller Moment der persönlichen Besinnung mitten in der Gemeinschaft.
Als schließlich das Licht den Raum vollständig erfüllte und die Osterbotschaft verkündet wurde, lag eine spürbare Freude in der Luft. Aus der anfänglichen Dunkelheit war ein Fest des Lebens geworden.
Menschen blickten einander an, lächelten, wünschten sich „Frohe Ostern“. Die Osternacht zeigte eindrucksvoll, was Gemeinschaft bedeuten kann: Menschen kommen zusammen, beten und singen gemeinsam, teilen Glauben und Hoffnung. In dieser Nacht wurde erfahrbar, dass aus Dunkelheit Licht wird – und dass in der Gemeinschaft etwas wächst, das trägt und verbindet. Melanie Domberger
Fotos: Melanie Domberger und Nadine Tenberken.