Evangelische Kirchengemeinde Odenkirchen

Evangelische Kirche Odenkirchen

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Andacht

von Pfarrerin Anna Lina Becker

„Du bist nicht mehr mein Freund.“

Ich glaube, ich habe diese Worte mit drei, vier Jahren wohl das erste Mal gehört und wahrscheinlich auch das erste Mal gesagt. Wenn es zwischen Kindern kracht, dann kommt Ihnen diese Drohung schnell über die Lippen. Oft ist ein solch dramatisches Ende einer Freundschaft aber nicht von langer Dauer und die Streitenden haben einander längst wieder verziehen. Denn Freundschaften werden geschlossen, sie gehen in die Brüche und werden wieder neu geschlossen. Manchmal geht das ganz schnell. Manchmal braucht es aber auch seine Zeit.

„Du bist nicht mehr mein Freund.“

Unter Jugendlichen und Erwachsenen kommen einem die Worte nicht mehr ganz so schnell über die Lippen. Der Gedanke liegt ferner. Und selbst wenn man sich über eine andere Person ärgert, dass man die Freundschaft beenden möchte, finden Erwachsene selten so klare Worte. Sie lassen die Freundschaft eher auslaufen. Nicht mehr zurückrufen, aus dem Weg gehen... Seitdem Social Media unsere Kommunikation so verändert haben, gibt es auch das Ghosting, wenn man kein Interesse an einem weiteren Kontakt hat. Dann bricht man jeglichen Kontakt einfach ab und verschwindet aus der Freundesliste und dem Leben des anderen.

„Du bist nicht mehr mein Freund.“

Das hätte Jesus auch zu Judas sagen können oder zu Petrus, die ihn verleugnen werden. Stattdessen teilt er auch mit ihnen am letzten Abend noch Brot und Wein. Auch wenn er enttäuscht war, so schließt Jesus sie nicht aus der Gruppe aus, so beendet er nicht ihre Freundschaft. Und damit zeigt er, auf ihn ist wirklich Verlass, er ist ein richtig guter Freund, der auch verzeihen kann.

„Du bist nicht mehr mein Freund.“

Das hätte Gott auch zum Menschen sagen können. Grund genug hätte er auf jeden Fall gehabt. Aber Gott hat sich anders entschieden. Er hat die Welt nicht sich selbst überlassen, sondern hat gehandelt. Gott ging auf den Menschen zu, ist in Jesus selbst Mensch geworden und hat so unter den Menschen gelebt. Er hat gelehrt, geheilt, geteilt, getröstet, gewirkt. Und er hat gelitten, wurde verspottet, verraten und gekreuzigt. In Jesus hat Gott die Welt mit sich versöhnt (vgl. 2. Korinther 5,19). Nicht wir gemeinsam haben das gemacht, sondern Er hat das gemacht, denn dazu waren nicht unsere vorbildliche Frömmigkeit, unsere Kirchenzugehörigkeit, nicht einmal unser Glaube an Gott notwendig. Deswegen gilt die Versöhnung auch heute nicht nur den glaubensstarken Christen. Sie gilt den Zweiflern ebenso wie den Unentschlossenen. Sie gilt allen, einfach allen. Auch dir.

In diesem Sinne
Pfarrerin Anna Lina Becker

bearbeitet am: 12.02.2022

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