Evangelische Kirchengemeinde Odenkirchen

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Andacht

Jesus spricht: „Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind".

Noch nie zuvor habe ich diesen Satz so bewusst gelesen, den Jesus da zu seinen Jüngern spricht. Diese sind zurückgekehrt von ihren ersten eigenständigen Gehversuchen als Lehrerinnen und Lehrer. Sie sind stolz, dass sie verkündigt und geheilt haben, dass man ihnen zugehört hat und dass sie Erfolg hatten.

Doch Jesus lobt sie nicht. Er erinnert sie an das Wesentliche. Freut euch, denn eure Namen sind im Himmel geschrieben. Sie stehen in Gottes Buch.

Schon spannend. Ist dieses Buch so eine Art Notizbuch? Schnell gezückt und mit vielen Vermerken und Kommentaren? Oder ist es ein großes schweres Buch mit Goldschnitt, dessen Seiten man bedächtig umschlägt? Es ist egal, um welche Art Schreibunterlage es sich handelt. Wichtig ist nur, dass jeder Name dort steht und – so etwas gibt es eben nur bei Gott – jeder Name an oberster Stelle steht. Jeder Name ist bedeutsam und damit jedes Leben, für das ein Name steht.

Was steht eigentlich an erster Stelle in meinem Notizbuch, frage ich mich. Auf Anhieb fallen mir viele To-dos ein, die alle furchtbar wichtig zu sein scheinen. Welche Punkte haben wir also in unserem Buch vermerkt? An welcher Stelle steht Gott? Welchen Platz räumen wir der Liebe ein? Denn, um es mit Johannes zu sagen, Gott ist die Liebe. (1.Joh. 4.16b) Zwischen allem, was so alltäglich geschieht, kommt die nämlich echt oft zu kurz.

Das fängt beim aufmerksamen Einfühlen in mein Gegenüber an, auch wenn dieses Gegenüber Zahnpastatuben nicht zudreht oder seine Schuhe ständig im Weg liegen lässt. Oder bei Freundschaften, die häufig hinter Alltagspflichten zurückstehen. Es endet vielleicht in der Hingabe an andere, die mir gar nicht nahe sind – in meinem Mitgefühl und meinem Engagement für Menschen, die wirklich Hilfe und Solidarität brauchen.

In Martin Luthers Notizbuch stand: Baptismus sum. Ich bin getauft. Das schrieb er in düsteren Stunden, in denen ihn der Teufel, das Schlechte in der Welt und das Schlechte in ihm selbst so ängstigte, dass er glaubte, sterben zu müssen. Diese zwei kleinen Wörtchen schrieb er wieder und wieder. Sie bedeuteten ihm alles. Denn sie bedeuteten, dass er ein Kind Gottes sei.

An erster Stelle in unseren Notizbüchern stehen vermutlich von Woche zu Woche unterschiedliche Dinge. Im Herzen darf stehen, dass wir Gottes geliebte Kinder sind. Und dass unsere Namen im Himmel verzeichnet sind. Sie gehen nicht verloren und so gehen auch wir nicht verloren, sondern bleiben in der Liebe unseres guten Gottes. Amen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Adventszeit und eine gesegnete Weihnachtszeit.

Pfarrerin Anna Lina Becker

bearbeitet am: 15.11.2020

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