Evangelische Kirchengemeinde Odenkirchen

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Andacht

von Pfarrerin Anna Lina Becker

Die Zeit dazwischen

Zwischen den Jahren ... So nennen wir das, wenn der Übergang vom alten ins neue Jahr bevorsteht – für diese ganz besonderen Tage „dazwischen“. Sie gehören noch zum alten Jahr, aber wir spüren bereits das neue. In der Zeit zwischen den Jahren, am 24. Dezember beginnend bis zum Dreikönigstag am 6. Januar, erleben wir die Rauhnächte. Zwischen uraltem Wissen, ein bisschen Aberglaube und fast vergessener Tradition. Menschen haben schon immer tief in sich gespürt, dass Übergänge besonderer Aufmerksamkeit bedürfen und dass die Zeit „dazwischen“ sich oft ganz besonders anfühlt.

Für mich fühlen sich die Tage zwischen den Jahren warm, gemütlich aber auch stressig und voll an. Aufregend und träge, hell und dunkel. Mit Harmonie, aber auch dem obligatorischen Streit, wenn die Verwandtschaft nervt. Eine spannende Zeit, die Zeit dazwischen.

Im Kirchenjahr erleben wir diese Zeit dazwischen bereits im November, wenn das alte Kirchenjahr leise und andächtig endet mit dem Gedanken an die Seelen unserer Verstorbenen. Es endet im Tod. Einem memento mori. Wenn wir die Namen noch einmal hören, derer, die wir noch immer lieben und vermissen. Gleichzeitig scheint schon das Licht der ersten Adventskerze in diese Zeit von Buß- und Bettag bis Ewigkeitssonntag und die Losung des Dezembers hören wir verheißungsvoll: Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. (Jes 11,6)

Das spannungsvolle, geladene dieser magischen Zeit dazwischen spiegelt sich hierin wider. Wo der starke, gefährliche Wolf Schutz sucht beim Lamm, dem Inbegriff der Unschuld und Schwäche. Wo Harmonie zwischen den Gegensätzen entsteht.

Zwischen Ende und Anfang. Stärke und Schwäche. Gut und Böse. Abschied und Neubeginn. Trauer und Freude. In der Zeit dazwischen berühren sich diese Gegensätze sinnbildlich für die Spannungen, die unser Leben durchziehen: Der Freudentaumel, aus dem wir herausgerissen, durch eine schicksalhafte Nachricht. Der Schmerz, der zu neuer Hoffnung wird.

In den Rauhnächten soll man darauf achten, was man träumt, man kann selber räuchern gegen böse Geister (daher der Name: „Rauhnacht“) oder kleine Rituale durchführen. Wichtig erscheint es mir, dass der Übergang gestaltet wird. Der Übergang von Gegensätzen möchte begleitet und in unser Leben eingebettet sein. Die losen Enden wollen hier wie auch in unseren Biographien verknüpft werden und zu unserer Geschichte werden.

Dazu gehört auch, dass alle Teile zu ihrem Recht kommen: Der Abschied und ebenso der Neubeginn. Dazu gehört, dass Gegensätzliches eine Verbindung miteinander eingehen kann und nicht das eine das andere schluckt. In dieser Spannung liegen Energie und Kraft, die wir Leben nennen.

Ich wünsche Ihnen und uns eine segensreiche Zeit dazwischen, Übergänge, die gelingen, geglaubte Gegensätze, die sich verbinden, Leben, das sich ganz und heil anfühlt.

Pfarrerin Anna Lina Becker

bearbeitet am: 27.11.2022

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