Evangelische Kirchengemeinde Odenkirchen

Evangelische Kirche Odenkirchen

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Ein Leben zur Zeit des Virus

Ein Bericht aus unserem Altenheim...

Nachdem wir ausgiebig und mit viel Freude Karneval gefeiert hatten, veränderte sich der Alltag und das Leben im Ev. Altenheim Odenkirchen aufgrund des Corona-Virus sehr schnell. Zunächst mussten die Besuche der Bewohnerinnen und Bewohner stark eingeschränkt werden und die Gruppenangebote mit den ehrenamtlichen Mitarbeitenden ausfallen. Ab dem 16. März durften keine Besuche mehr stattfinden, auch die übrigen Gruppenangebote wurden abgesagt und die Bewohnerinnen und Bewohner durften das Haus bzw. das Grundstück nicht mehr verlassen. Diese Maßnahmen waren erforderlich, um die vielen Richtlinien und Gesetze einzuhalten, die seitens Bund, Land NRW, Stadt Mönchengladbach usw. vorgegeben wurden und um die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ansteckung zu schützen.

Wir machten uns viele Gedanken wie wir unter anderem den Kontakt zu den Angehörigen aufrechterhalten können. So schrieben die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Angehörigen eine Osterkarte. Wir installierten Skype, erklärten den Senioren und Seniorinnen diese für sie bisher unbekannte Technik und unterstützten sie bei den Videoanrufen mit ihren Ehepartnern, Kindern und Enkeln. Auf der Terrasse zur Wilhelm-Nießen-Straße fanden Terrassenbesuche statt, bei denen die Bewohner auf der Terrasse saßen und sich mit ihren Angehörigen auf dem Gehweg unterhalten konnten. Diese Möglichkeit nutzte die ein oder andere Bewohnerin auch von ihrem Zimmer aus. Und auch die Angehörigen wurden kreativ und schickten Karten, Briefe, E-Mails, Blumen und Päckchen ins Altenheim.

Das Leben veränderte sich schlagartig, aber die gegenseitige Unterstützung und das Verständnis für diese besondere Situation waren enorm. Und auch von „Außen“ wurden viele Zeichen der Zusammengehörigkeit geschickt: Fast wöchentlich bekamen wir Post mit gemalten Bildern und gebastelten Werken von den Kindern der Ev. Kindertagesstätte Odenkirchen, des Ev. Familienzentrums Mülfort oder der Gemeinschaftsgrundschule Burgbongert. Diese hängten wir im Eingangsbereich aus und wurden von den Bewohnerinnen und Bewohnern mit Freude betrachtet. Zu Ostern schickte Borussia Mönchengladbach Osterhasen und Ostereier für die Bewohnerinnen und Bewohner. Und auch die CDU Odenkirchen bedachte alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie alle Mitarbeitenden mit einem Osterhasen.

Die Damen der Gemeindegruppe „Offener Abend“ hatten bisher jeden Bewohner und jede Bewohnerin im Altenheim an ihrem Geburtstag besucht und ein Präsent mit einer persönlichen Grußkarte überreicht. Und auch der Freundes- und Fördererkreis kam zum Geburtstagbesuch und brachte eine Flasche Saft mit einem Grußanhänger mit. Diese Besuche waren in dieser Zeit ebenfalls nicht möglich. Aber beide Kreise haben eine Möglichkeit gefunden den „Geburtstagskindern“ einen Gruß zum Geburtstag zukommen zu lassen, um die Verbundenheit von „Außen“ zu zeigen: Denn die Geschenke und Karten bzw. Briefe wurden für mehrere Geburtstage einem Mitarbeitenden übergeben und konnten so am entsprechenden Tag überreicht werden.

In den beiden Wochen vor Ostern hatten wir sehr viel Glück mit dem Wetter. Viele Bewohnerinnen und Bewohner nutzten die Möglichkeit des Spaziergangs und Aufenthalts im Garten. Und wer alleine nicht in den Garten konnte, bekam Unterstützung von den Mitarbeitenden der Betreuung.

In der Woche nach Ostern versuchten wir etwas Neues: Jawad Arzouni, der normalerweise das Musikcafé gestaltet und verschiedene Feiern musikalisch begleitet, machte Musik von draußen. Er spielte jeweils eine halbe Stunde auf der Terrasse im Garten, im Eingangsbereich und auf der Terrasse an der Wilhelm-Nießen-Straße. So hatten alle Bewohner die Möglichkeit von ihrem Zimmer aus die Musik zu hören und Jawad zu sehen. Bei schönstem Sonnenschein wurde gesungen, geschunkelt und getanzt. Es war ein ausgelassener Nachmittag mit viel Freude, der uns alles andere vergessen ließ.

Wir alle, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hoffen, dass wir bald wieder ein Stück näher zu unserem gewohnten Leben zurückkommen und alle gesund bleiben oder wieder werden. Wir vermissen die vielen Angehörigen, Kontakte, Gruppenangebote sowie unser offenes Haus sehr.

Abschließend möchten wir uns bei allen bedanken, die in dieser schwierigen Zeit für uns da sind und uns unterstützen: bei den Angehörigen für ihr Verständnis, ihre Geduld und ihr Vertrauen, bei den ehrenamtlichen Mitarbeitenden für die lieben Worte und Nachfragen, bei den Näherinnen, die uns mit Mundschutz versorgen, für ihre wertvolle Zeit und ihren Einsatz, bei den Kolleginnen und Kollegen aller Bereiche für ihre hervorragende Arbeit und die super Zusammenarbeit, aber auch bei allen anderen, die uns ihre Solidarität ausgedrückt haben.

Wir würden uns freuen, Sie alle bald wiederzusehen.

Sabrina Kleinen, Sozialer Dienst

bearbeitet am: 10.06.2020

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