Evangelische Kirchengemeinde Odenkirchen

Evangelische Kirche Odenkirchen

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Weihnachten vor 75 Jahren!

Weihnachten 1943 in Odenkirchen

oben an der Niers. Die Glocken läuten! Was? Die Glocken läuten zu Weihnachten? Wieso läuten die Glocken zu Weihnachten? Die Kirche ist doch am 31. August ausgebrannt?! Da können doch die Glocken überhaupt nicht läuten!? So oder ähnlich stand den Menschen zwischen Güdderath, Sasserath, Mülfort und Geistenbeck die bange Frage an Weihnachten 1943 ins Gesicht geschrieben. Was war los?

Beim nächtlichen Luftangriff amerikanischer Bomber auf Odenkirchen, Rheydt und Gladbach waren Brandbomben und Sprengbomben geworfen worden. Aus Angst vor den Sprengbomben und Luftminen waren die Menschen in den Luftschutzkellern geblieben, während die Häuser über ihnen wie Fackeln abbrannten. Viele kamen nicht mehr heraus. Als nach etwa einer Stunde die Sirenen „Entwarnung“ heulten, trauten sich die Menschen wieder hervor. Aber es war zu spät um zu löschen und die Wasserleitungen gaben nichts mehr her.

Als man sich im Morgengrauen draußen umschaute, standen noch immer einige Ruinen in Flammen. Aber zwischen den rauchenden Trümmern konnte man den Hahn oben auf dem Kirchturm von Sankt Laurentius und den Engel mit der Trompete oben auf der evangelischen Stadtkirche erkennen. Die Gotteshäuser waren gottlob stehen geblieben – bis man gegen neun Uhr ganz oben in der Turmspitze der ev. Stadtkirche Rauch entdeckte. Unten standen die Menschen ratlos. Sie konnten nichts tun. Es gab kein Wasser mehr. Wie hätte man das auch zum Löschen da oben hinauf bekommen sollen? Selbst die Feuerwehr war ja samt einigen Fahrzeugen zerbombt. Einige beherzte Menschen packten an und holten aus dem brennenden Kirchenschiff noch einige Teile heraus. Als Ersatz diente den evangelischen Christen in Odenkirchen nun das nahe gelegene Gemeindehaus.

Einige Wochen später klingelte der Küster von St. Laurentius bei seinem evangelischen Küster-Kollegen. Er hatte eine Schubkarre dabei und darin Seile, mit denen er „seine“ Glocken hätte in Bewegung setzen und läuten können, etwa wenn der Strom ausgefallen wäre. Man hatte herausgefunden, dass die Stahlglocken oben im Turm der ausgebrannten Kirche das Feuer überstanden hatten und hängen geblieben waren, obwohl die ganze brennende Turmspitze – eine „Zwiebel“ - durch den Glockenstuhl hindurch hinabgestürzt war. Die Glocken aus Stahl, die wohl heute noch da oben hängen, waren gegen die etwa 200 Jahre alten Bronzeglocken, die im ersten Weltkrieg 1914–18 „dem Kaiser gespendet“ wurden, ausgetauscht worden.

Und so konnten schließlich zu Weihnachten 1943 erstmals wieder die Glocken der evangelischen Stadtkirche, gleichzeitig und gemeinsam mit denen von St. Laurentius, die Gläubigen wieder zum Gottesdienst rufen. Regelmäßig haben nun die Konfirmanden sonntags eine Viertelstunde früher zur Kirche gehen müssen, denn sie mussten erst noch die Glocken läuten. Stolz wie Jungen nun einmal sind, betraten sie den Gottesdienst im Gemeindehaus stets erst nach der zweiten Strophe des Eingangsliedes. 1944 wurde ich Konfirmand und zu meiner Konfirmation im Mai 1945 läuteten dann erstmals die Katechumenen des nächsten Jahrgangs.

Horst Bessel

Die Redaktion bedankt sich sehr herzlich bei Herrn Horst Bessel für diese außergewöhnliche Weihnachtsgeschichte. Er hat einen besonderen Bezug zu unserer Kirche, da er 1931 in ihr getauft, 1945 konfirmiert und 1957 von Pfarrer Krumme getraut wurde. Im vorigen Jahr hatte das Ehepaar Bessel seine „Diamantene“.

bearbeitet am: 04.12.2018

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